Osteologie- und Osteoporosebehandlung

Osteoporose (Kalksalzgehaltminderung des Knochens) ist eine häufig im Alter auftretende Erkrankung, die den Knochen anfällig macht für Brüche (Frakturen). Auch als Knochenschwund bekannt, charakterisiert sich die Krankheit durch übermäßig raschen Abbau der Knochensubstanz. Die erhöhte Frakturanfälligkeit kann das ganze Skelett betreffen.  Sowohl Frauen als auch Männer können aus unterschiedlichen Gründen an Osteoporose erkranken. Bei Verdacht auf Osteoporose wird zuerst eine detaillierte Diagnostik durchgeführt, bevor die entsprechenden Schritte zur passenden medizinischen Therapie eingeleitet werden. Zur Vorsorge empfehlen wir die Osteoporose-Diagnostik sowohl Frauen ab dem 55. Lebensjahr als auch Patienten mit bestimmten Risikofaktoren (z.B. langfristige Cortison-Therapie).

Diagnostik

Erste Anzeichen von Osteoporose können akute oder bestehende chronische Rückenschmerzen, eventuell in Kombination mit Größenabnahme, und eine zunehmende Fehlhaltung des Rückens sein. Als Auslöser für den Knochenschwund kommen häufig Schilddrüsenfehlfunktion, Zuckererkrankung (Diabetus mellitus), kontinuierliche Einnahme von Cortison, chronische Nierenerkrankung oder Alkoholsucht in Frage. Bei der erfolgreichen Behandlung ist ein frühzeitiges Erkennen der Symptome wichtig. Denn je eher die Krankheit diagnostiziert wird, desto besser können die Auswirkungen gering gehalten werden.

Röntgenuntersuchung

Mit einer Röntgenuntersuchung wird die Osteoporose bei einer Knochenfraktur oder einer bereits über 30-prozentigen Verminderung der Knochenmasse erkannt. Daher ist eine Röntgenaufnahme zur Früherkennung nicht geeignet.

Knochendichtemessung

Die Knochendichtemessung (= Osteodensitometrie) ist die sicherste Methode der Osteoporose-Diagnose. Sobald entsprechende Beschwerden auftreten oder Risikofaktoren zutreffen, empfiehlt sich diese Untersuchung. Die gängigsten Messmethoden der Osteodensitometrie bestimmen die Abweichung des Messwertes von der mittleren Knochendichte eines gesunden 30-jährigen Menschen (T-Wert)

(= niedrige Knochenmasse):
T-Wert von -1.0 bis - 2.5 SD
Osteoporose

(ohne Frakturen):
T-Wert < -2.5 SD
Manifeste Osteoporose

(mit Frakturen):
T-Wert < -2.5 SD
und Knochenbrüche ohne auslösendes Ereignis wie z. B. Unfall oder Verletzung.

Computertomographie

Die Computertomographie liefert vergleichbare Ergebnisse wie die Knochendichtemessung. Die Risiken von Nebenwirkungen sind aber auf Grund der Strahlenbelastung für Patienten höher.

Therapie

 Die Therapie der Osteoporose verfolgt drei Ziele:
1. Der Patient soll sich schmerzfrei bewegen können.
2. Knochenbrüche sollen langfristig vermieden werden.
3. Der Patient darf seine Mobilität im Alter nicht verlieren.

Medikation

Da es sich bei der Osteoporose um eine chronisch fortschreitende Krankheit handelt, erfordert die erfolgreiche Behandlung eine medikamentöse Langzeittherapie über einen Zeitraum von mindestens einem Jahr. Als Basistherapie werden Calzium und Vitamin D verschrieben. Im weiterenVerlauf empfiehlt sich eine Behandlung mit Fluoriden, Calcitonin, Bisphosphonaten oder den selektiven Östrogen-Rezeptor-Modulator Raloxifen. Bei den enthaltenen Wirkstoffen unterscheidet man grundsätzlich Knochenabbau hemmende (so genannte „antiresorptive Substanzen“) und Knochenaufbau fördernde (so genannte „osteoanabole Substanzen“) Mittel. Welches Medikament letztendlich am Besten geeignet ist, entscheidet der Arzt.

Bewegung

Selbst nach der Diagnose kann regelmäßige Bewegung den Knochenabbau bremsen, da dabei verstärkt Calcium in den Knochen gelangt. Darüber hinaus schult regelmäßige Bewegung die Koordination und die Kraft, was folglich das Sturzrisiko vermindert. Je früher mit einem regelmäßigen Aktivprogramm begonnen wird, desto besser. Zu beachten ist allerdings, dass vor dem Training ein Arzt zu Rate gezogen wird.

Schmerztherapie

Sowohl die Einnahme von Schmerzmitteln als auch die Zufuhr von Wärme, Massagen oder Gymnastik senken die Schmerzen bei einer diagnostizierten Osteoporose.

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